Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ – Offenbarung 21,6
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Grimma
mit Grethen, Hohnstädt / Beiersdorf,
Döben / Höfgen und Nerchau

Grußwort – Juni + Juli 2017


Das Handy vibriert und reißt mich aus meinem Alltagsgeschäft. Zum Glück nun erst mal etwas anderes, denke ich, und schaue drauf. Eine WhatsApp-Nachricht: „Endlich!“, aufgeregt öffne ich die App. Ein Foto: „Sie ist endlich da!“, schreiben die stolzen Eltern. „Alle sind wohlauf: 52 cm groß, 4460 Gramm schwer.“ Schnell will ich zurückschreiben, aber stocke. Was wünsche ich der jungen Familie und vor allem der neuen Erdenbürgerin für das Leben? Viele gute und wunderbare Dinge fallen mir ein. Und dann muss ich an all die Wünsche denken, die den Kindern zur Geburt und später zur Taufe mit auf den Weg gegeben werden. Mir fällt der Taufstein in der Hohnstädter Kirche ein.
Er erzählt von einem dieser guten Wünsche. So wunderbar, dass selbst Gott ihn seinem Sohn zur Taufe zugesprochen hat. Eine Taube kommt vom Himmel herabgeflogen. Gottes Taufgeschenk an seinen Sohn ist sein Geist.
„Ich wünsche dir den Geist Gottes“, überlege ich kurz zu schreiben. Tu es aber nicht.
„Der Geist Gottes?“, frage ich mich. „Was will man damit anfangen?“
Ich muss an ein Bibelwort aus dem Korintherbrief denken. Dort sagt Paulus:
„Wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit.“
Freiheit: Ein besonderer Wunsch für ein Kind, das im 500. Jubiläumsjahr der Reformation geboren ist. Aber auch heute noch ist Freiheit mir sehr wichtig im Leben.
Ich möchte frei meine Wege gehen und nicht bedrängt werden. Von keinem Menschen, aber auch nicht von unguten Gefühlen. Am liebsten möchte ich frei sein von Sorgen, frei sein von jeglicher Last, die mich hemmt und von allem, was mir Wege verbaut.
Dennoch möchte ich nicht frei und losgelöst von allem in den Tag leben. Das meine ich nicht. Ich meine die Freiheit, die mich mit frischer Kraft und Mut mein Leben gestalten lässt. Die mir die Gewissheit und das Selbstbewusstsein gibt, so sein zu dürfen wie ich bin. Die Freiheit mich zu entfalten und wie es zu mir passt. Ebenso wunderbar, wie Gott mich gemacht hat.
Eben diese Freiheit passt zu dem Geist Gottes, an den ich glaube. Und den ich gerne weiter wünsche. Am liebsten würde ich dies schon jetzt dem jungen Mädchen zusprechen. Doch ich weiß, zur Taufe wird dies Gott selbst tun und seinen Geist schenken. So bleibt mir, mich von Herzen zu freuen und dieser Freude nun schleunigst Ausdruck zu verleihen, mit Worten so gut es nur geht. Für alles andere weiß ich: „Wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit.“ Möge Gott uns alle mit seinem Geist begleiten.

Das wünscht im Namen aller Mitarbeiter
Ihr Pfarrer Markus Wendland