Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ – Offenbarung 21,6
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Grimma
mit Grethen, Hohnstädt / Beiersdorf,
Döben / Höfgen und Nerchau

Grußwort – August + September 2017

Nach dem Tod seiner Frau zog Opa Wagner zu seiner Tochter und zu seinem Schwiegersohn. Die jungen Leute waren den ganzen Tag in ihrem Geschäft tätig. In der Küche half Janine, ein junges Mädchen als Haushaltshilfe. Sie führte den Haushalt, versorgte den Garten, beaufsichtigte die dreijährige Tochter Katja. Das war eine ganze Menge Arbeit. Opa Wagner bot seine Hilfe an, die Janine gerne annahm. Opa Wagner schälte Kartoffeln, holte Gemüse aus dem Keller, mähte den Rasen, schnitt Brot und ging manchmal auch einkaufen. Katja, die dreijährige Tochter war Opa Wagner gegenüber etwas misstrauisch und ängstlich. Eines Tages brachte Opa Wagner Papier und Buntstifte mit und sagte: Komm Katja, wir wollen einmal malen. Da wurde das Mädchen zusehends zutraulicher. Opa Wagner konnte Pferde, Schafe, Hühner malen, Häuser, Autos, Bäume und vieles mehr. Katja fragte: Was macht das Pferd? Wie viele Eier legen die Hühner? Wer wohnt in dem Haus? Opa musste sich ganz schön anstrengen, um das neugierige Mädchen zufriedenzustellen.

Eines Abends hatte die Haushaltshilfe noch etwas zu erledigen. In der Küche wurde es so langsam dunkel. Da kam Katja, setzte sich bei Opa aufs Knie und bat: Opa, erzähl mir doch eine schöne Geschichte. Opa tat es. Als er fertig war, verharrte Katja in atemlosem Schweigen. Dann sagte sie: Das war aber schön. Und sie schlang ihre Arme um den Hals
von Opa Wagner und flüsterte ihm freudestrahlend ins Ohr:

OPA, ICH HAB DICH LIEB.

Dem alten Mann traten die Tränen in die Augen. Schluchzend legte er seinen grauen Kopf an die Wange des Mädchens. Ich hab dich lieb, dieses Wort erschütterte ihn. Ich hab dich lieb – war es denkbar und möglich?

Viele Menschen waren ihm in einem langen Leben begegnet. Fünf Kinder hatte er mit Arbeit und Fleiß großgezogen. Doch niemand hatte ihm jemals ein freundliches Wort gesagt. Nur ein Kind mochte ihn noch. Nur ein Kind warf einen Lichtstrahl von Freude in die dunkle Einsamkeit seines Alters und das durch vier kurze aber köstliche Worte. Ich hab dich lieb. (Frei nach Reinhard Abels)

Wie wichtig sind doch diese Worte. Wenn etwas Neues beginnt genauso wie für das neue Schuljahr. „Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung“, schreibt Paulus im 1. Philipperbrief, Vers 9.

„Liebe ist nicht nur ein Wort. Liebe das sind Worte und Taten. Als Zeichen der Liebe ist Jesus geboren, als Zeichen der Liebe für diese Welt.“ BT 650,1

Diese Liebe in Worten und Taten wünscht im Namen aller Mitarbeiter
Ihr Pfarrer Torsten Merkel